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Auf dem Inseli und vor dem Roten Haus

Fricktaler Maifeier 2026 in Rheinfelden

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Klare Kante zeigen!

Einer schönen Tradition entsprechend trafen sich Vertretungen der linken Kräfte der beiden Rheinfelden zum Auftakt der 1. Maifeier auf dem Inseli. Umrahmt von den stimmungsvollen Klängen des Basler Sicherheitsorchesters begann der Anlass mit der Begrüssung durch Alessio Porriciello, dem zukünftigen Präsidenten der SP Bezirk Rheinfelden. In seiner Rede thematisierte er die Probleme, mit denen sich breite Kreise unserer Gesellschaft konfrontiert sehen. Alle spüren wir die schmerzhaft gestiegenen Krankenkassenprämien und Lebenshaltungskosten. Als Reaktion darauf rief dazu auf klare Kante zu zeigen, sich nicht entmutigen zu lassen, sondern gemeinsam für ein faires Leben zu kämpfen.
Die Rheinfelder Stadtpräsidentin Claudia Rohrer knüpfte in ihrer Ansprache ans Motto des diesjährigen 1. Mai an: „Nein zur Abschottung - Jobs und Löhne verteidigen‟. Für sie sind wir Teil Europas und können unsere Infrastruktur schon lange nicht mehr ohne unsere Nachbarn erhalten. Eine Begrenzung auf eine 10-Millionen-Schweiz scheint da eine einfache Lösung zu sein, aber wie jede einfache Lösung führt sie zum Desaster. Wir sollten hier vor Ort vielmehr auf nachhaltiges Wachstum und gemeinsame Lösungen hinarbeiten. Das ist zwar nicht einfach, aber es lohnt sich für alle. Katrin Distler vom Deutschen Gewerkschaftsbund beschrieb die ähnlich gelagerte Situation in Deutschland und stiess damit ins gleiche Horn: Die Probleme machen an den Grenzen nicht Halt und lassen sich nur international lösen.
Und dann machten sich die Teilnehmenden und das Orchester auf den kurzen Weg zur offiziellen Fricktaler Maifeier beim Roten Haus, wo sich schon einige Leute eingefunden hatten und weitere ständig dazustiessen. An Tischen sitzend erwarteten sie gespannt die drei weiteren Ansprachen.
Die erste Rednerin, SP-Nationalrätin Samira Marti aus dem Baselland, stellte ernüchtert fest, dass die Schweiz unter der inzwischen allgegenwärtigen Propaganda der SVP immer mehr Trumpsche Züge annehme. Die Folge davon seien etwa zunehmende Fremdenfeindlichkeit und Benachteiligung der weniger verdienenden Bevölkerung. So stelle sich für viele die Frage, wie lange sie noch hierbleiben können oder wie lange sie sich das Wohnen noch leisten können. Solche Unsicherheit führe zur Überforderung und Erschöpfung vieler Menschen. Als Gegengewicht dazu müssen wir noch stärker eine noch stärker solidarische Bewegung werden. SP-Grossrätin Selena Rhinisperger aus Baden brachte dieses Ziel auf eine griffige Formel: Für eine Politik, die beim Arbeiten und beim Wohnen die Menschen und nicht Gewinne ins Zentrum stellt. Der dritte Redner, Timón Garcia, ein 22-jähriger Mediamatiker und SP-Mitglied, beschrieb auf sehr persönliche und spannende Art und Weise, wie ein Jugendlicher die gesellschaftlichen Herausforderungen erlebt und mit ihnen umgeht. Sein Fazit: Psychische Gesundheit ist keine Privatsache und zählt mehr als blosse Leistung.
Das Wetter zeigte sich am 1. Mai 2026 von seiner besten Seite – sonnig und angenehm warm. Und so blieben die Anwesenden nach den inhaltlichen Inputs sitzen, diskutierten miteinander das Gehörte, unterhielten sich über Gott und die Welt, genossen die stimmige Musik und stärkten sich mit einem der drei köstlichen Risotto-Gerichte fürs Wochenende. So soll es sein!